Wort zum Sonntag. Eine neue Rubrik auf dem Blog.

Ratschläge und mutmachende Worte in komplizierten Lebenslagen.

Heute: Meine Freundin ist nicht glücklich mit ihrer Arbeit und kämpft immer wieder mit ihrem Wunsch noch mal zu studieren. Ich wollte ihr so viel sagen, und wir sehen uns immer nur zehn Minuten in der Straßenbahn. Deshalb hab ich ihr einen Brief geschrieben. (Und allen da draußen gleich mit, die sich in einer ähnlichen Lage befinden.)

Liebe Freundin,

Du bist mir wichtig. Deshalb möchte ich dir heute schreiben.

Und stellvertretend allen, denen es so geht wie Dir.

Denn eines ist gewiss, Du bist nicht alleine mit Deinen Gedanken und Sorgen.

Mit Deinen Träumen und Wünschen.

Du stehst für eine Vielzahl von Menschen, die einen Traum haben.

Sie wünschen sich etwas aus tiefstem Herzen.

Aber sie gehen keine Schritte in die Richtung des Zieles.

Vielleicht haben sie Angst haben vor den Konsequenzen?

Vielleicht weil sie es sich nicht zutrauen?

Vielleicht scheint auch der Berg zu groß, die Hürde zu hoch.

Es war ein sonniger Juli-Tag vor drei Jahren. Wir haben zusammen im Leipziger Rosenthal gesessen und gepicknickt. Eine gemeinsame Freundin hatte dich mitgebracht. Schon bei unserem ersten Treffen hast Du mir von Deinem großen Traum erzählt. Du trägst ihn quasi immer mit Dir rum. In Deinem Herzen- und auf Deiner Zunge.

Du möchtest noch mal studieren. Aus dem Job aussteigen und etwas ganz anderes machen.

Theologie studieren.

Aber wie?

Wie sollst Du für Deinen Lebensunterhalt aufkommen? Solltest Du wirklich die sichere Arbeitsstelle riskieren und noch mal von vorne Anfangen?

Zurück auf null?

Ich sage ganz klar- Ja! Mach es einfach.

Du hast schon so viel gegrübelt, Dir den Kopf zerbrochen.

Du hast Dir die Umstände schön geredet.

Du hast versucht, Dich mit dem zufrieden zu geben, was Du hast.

Sicherheit, eine Festanstellung und ein geregeltes Einkommen.

Was Dir fehlt sind Abenteuer, Veränderung und ein Neuanfang.

Du brauchst einen Mutausbruch!

Ich glaube, es ist kein Zufall, dass ich bei meiner letzten Zugfahrt nach Hamburg Katharina Katz kennengelernt habe. Sie ist Autorin, und macht mit ihrem Buch „Einfach machen“ Frauen Mut sich in die Selbstständigkeit zu wagen. Seitdem spuken mir ihre Worte ständig im Kopf herum.

„Einfach machen“. Fahrten im ICE- Kleinkindabteil können überraschenderweise ganz schön inspirierend sein.

Aber wo anfangen beim der „Operation Traumverwirklichung“?

Alles Liebe, Deine Sarah

  1. Recherche, Recherche, Recherche Das Internet ist voller Geschichten von Menschen, die einfach mal gemacht haben. Ich habe zum Beispiel auf Instagram mit Spannung die Gesichte von Nina und ihrem Mann Björn verfolgt, die jetzt beide noch mal Human-, bzw. Zahnmedizin studieren. Ihr Ringen und die Entscheidungsfindung haben sie total offen und ehrlich auf Instagram geteilt. Sehr inspirierend. Ihr findet sie bei Instagram als „gedankenpotpourri“.
  2. Find a mentor. Du bist nicht die erste und auch nicht die letzte Person, die vor so einem Richtungswechsel steht. Such dir einen Vorreiter und profitiere von seinem Erfahrungsschatz. Frag ihm Löcher in den Bauch.
  3. Gib nicht auf. Sicher wird es nicht ganz leicht, so einen radikalen Schritt zu gehen. Umgib dich unbedingt mit Menschen, die an Deine Vision glauben und Dich nach vorne schubsen.
  4. Du hast was Du brauchst. Du hast die Intelligenz, die Wärme und Empathie um eine wunderbare Theologin zu sein. Lebenserfahrung ist ein unterschätztes Gut, von dem Deine zukünftigen Kommilitonen und Gemeindemitglieder profitieren können.
  5. Mach es einfach. Bewirb dich zu mindestens. Die Bewerbungsfrist endet am 15.3 ;).