Oh man, war es lange ruhig hier. Ich hatte nicht so viel zu sagen, irgendwie. Die ganze Bachelorarbeits-Geschichte hat mich mehr aus der Bahn geworfen, als ich es mir selbst eingestehen wollte (dazu an anderer Stelle mehr)- aber jetzt geht es nicht um mein Studium- sondern um Noras :). Ich habe schon vor ewigen Zeiten ein Interview mit der tollen Nora von @noramedfak gemacht. Wenn man bei Instagram nach #studieremmitkind sucht, kommt man an Nora nicht vorbei- und das ist auch gut so.

Dreifach Mama, Medizinstudentin und ein wahres Stehaufmännchen. Tatsächlich war es auch sie, die mich dazu inspiriert hat, mein „Durchfallen“ auf Instagram zu teilen. Nora geht ganz offen damit um, dass nicht immer alles glatt und perfekt läuft und ist damit ein großes Vorbild für viele Medizinstudenten und Studenten-Eltern. Nebenbei setzt sie sich auch ehrenamtlich für die Belange dieser an ihrer Universität ein. Ich wünsche ihr weiterhin ganz viel Mut und Durchhaltevermögen, wenn es bald an die Anatomie-Physikumsprüfung geht. Rock das Ding, Nora!

1. Medizinstudium und drei Kinder – wie geht das? Wer hilft dir? Ohne was könntest du gar nicht studieren?

Nora: Mit drei Kindern Medizin zu studieren ist sicherlich nicht einfach. Aber ich denke, mit drei Kindern NICHT Medizin zu studieren, obwohl es der große Traum ist, ist noch doofer 😉 Im Alltag habe ich das Glück, das meine Kinder in einem guten Kindergarten und einer guten Schule untergebracht sind. Auch unterstützt mich mein Partner sehr stark und ich habe mir über die Jahre ein gutes Netzwerk an lieben Freunden und Unterstützern aufgebaut, auf die ich im Notfall zurückgreifen kann.

2. Erzähl doch kurz deine Geschichte. Wie bist du zum Medizinstudium gekommen??
Nora: Ich habe ein Erststudium im Ausland absolviert, obwohl die Medizin immer mein großer Traum war. Mein Abitur war leider nicht ausreichend gut ;). Irgendwann fand ich eher durch Zufall im Internet die Aussage, dass im Ausland studierte Semester im Inland als Wartesemester gezählt werden. Ganz ohne Plan und mit viel Hoffnung bewarb ich mich dann über Nacht in der Elternzeit mit meinem zweiten Kind bei der ZVS um einen Studienplatz in Köln.

3. Was ist deine ultimative Lernstrategie?
Nora: Ich habe leider keine ultimative Lernstrategie – wichtig ist vor allem, dass Zuhause alles läuft, die Kinder gesund sind und dem Lernen nichts im Weg steht. Das ist selten der Fall…

4. Wie gehst du mit Zweifeln und Rückschritten um? Wie kommst du aus Motivationslöchern heraus? Wiie spornst du dich selbst an?
Nora: Langsam bekomme ich Übung im Umgang mit Zweifeln und Rückschritten 😉 Ich empfinde mich selbst nicht als Kämpferin…aber vielleicht als Stehaufmännchen. So lange ich irgendwie irgendwo noch eine Möglichkeit sehe, ist meine Motivation irgendwann wieder da. Mal dauert es kürzer, mal länger. Beim Medizinstudium hilft es mir mir zu sagen, dass ich ja schon einiges geschafft habe und die Ausgangsbedingungen auch nicht immer leicht waren. Und dass ich so dankbar sein darf, einen Studienplatz zu haben! Den gibt man dann auch nicht grundlos auf <3

5. Welche drei Sachen würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen? Nora: Meine drei Kinder. Nein, Kinder sind ja keine Sachen! Also: Sonnenbrille, mein Handy und ein Kissen.

6. Was würdest du wohl machen, wenn du nicht Medizin studieren würdest? Nora: Ich interessierte mich auch immer für gemeinnützige Organisationen. Entweder was in der Richtung oder „Full time Mom“ mit großem sozialen Engagement. Es gibt so viele interessante Betätigungsfelder!

7. Wie gehst du mit negativen Kommentaren bezüglich deines Studiums um? (Z.B Bei Instagram) Nora: Leider nehme ich diese tatsächlich teilweise mit ins Bett. Wenn man mir fünf Mal sagt, dass ich das gut mache und einmal schreibt man mich an um mir mitzuteilen, dass ich eine schlechte Mutter bin, weil ich mich nicht ausschließlich der Kindererziehung widme…dann nehme ich den negativen Kommentar und überlege, ob es stimmen könnte. Ganz dumme Angewohnheit!

8. Beschreib doch mal einen ganz normalen Tag in deinem Leben. Nora: Bei uns geht es morgens chaotisch los, mit teils schlechter Laune und doch auch ganz viel Liebe. Wenn alle Kinder unterwegs sind fahre ich an die Uni und lerne bis ca 14.30/15.00. Nachmittag spielen wir zusammen, ich begleite die Kinder zum Schwimmtraining, Fußball, Playdates und abends bringe ich sie gemeinsam mit meinem Freund ins Bett. Das dauert dann gerne auch mal etwas länger, weil sie dann sehr redselig werden und wir ja auch mitbekommen möchten, was sie erlebt haben und was sie beschäftigt. Gegen 20.30/21.00 kehrt Ruhe ein. Dann mache ich noch etwas Wäsche oder räume auf. Spätestens um Mitternacht ist es dann ganz ruhig bei uns 😉 Für ca sechs Stunden und dann gehts wieder rund!

9. Wie finden deine Kinder, dass du studierst? Nora: Sie finden es meist gut, weil ich spontan sein kann. Sie begleiten mich gerne an die Uni und sind stolz, dass ihre Mama Ärztin werden will.

10. Wo siehst du dich in 10 Jahren? Was möchtest du nach dem Studium gern machen? Nora: In zehn Jahren möchte ich bitte mit dem Studium fertig sein und als Ärztin in der Gynäkologie arbeiten. Privat möchte ich weiterhin einfach so glücklich sein und bleiben, wie ich es aktuell bin.

Danke liebe Nora, für deine offenen und ehrlichen Antworten. <3