No Pants Today

Navigation Schließen

Hallo, mein Name ist Sarah…

… und ich bin ein Shopaholic. 

So oder so ähnlich würde meine Vorstellung lauten, wenn ich je in einer Selbsthilfegruppe landen sollte. Ich habe eigentlich keine Laster, ich rauche nicht, trinke seit über drei Jahren keinen Alkohol (Danke, Kinder). Ich mag nicht mal Süßigkeiten. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich da ein kleines mittelgroßes Problem.

Ich kaufe Dinge. Schon immer. Egal ob im Supermarkt, im Diskounter, Online, Offline. Ich finde immer etwas. Sogar im 1-Euro-Shop. Ob ich es nun brauche oder eben nicht. Nagellack, Schuhe, Servietten. In den letzten Jahren hab ich so oft versucht, das in den Griff zu bekommen. Mein Neujahrsvorsatz lautet regelmäßig: „Besser mit Geld umgehen. Weniger Konsum.“

Aber geändert hat sich bisher nichts.

Trost, Belohnung, Langeweile. Die Gründe sind ebenso zahlreich wie die Tüten die ich regelmäßig mit mir rumschleppe.

„Die Prüfungszeit ist so anstrengend, ich schau mal eben auf dem Rückweg von der Kita im Brühl vorbei.“

„Oh, ich hab Statistik bestanden, natürlich muss ich mich belohnen.“

„Der Tag war so furchtbar.“

Von SALE und Blackfriday will ich lieber gar nicht erst anfangen.

 

Wann ich gemerkt habe, dass sich jetzt wirklich etwas ändern muss? Zum Beispiel als ich angefangen habe, Klamotten und Pakete vor meinem Mann unter dem Bett zu verstecken. Oder wenn ich Pakete bekomme mit Sachen, von denen ich nicht mal mehr weiß, wann und warum ich sie bestellt habe.


Ich glaube eigentlich nicht, dass es schlimm ist, schöne Dinge zu mögen. Seinen eigenen Stil zu haben, sich gerne gut anzuziehen. Ich denke das liegt mir irgendwo im Blut, meine Omas sind zum Beispiel auch Shopaholics und kauf(t)en regelmäßig so viel bei Onlineshoppingsendern das einem schwindelig werden kann. In letzter Zeit habe ich aber das Gefühl, dass es mehr und mehr Leere hinterlässt und gleichzeitig Besitz von mir ergreift.

(Es fällt mir nicht ganz leicht, etwas so persönliches von mir preiszugeben, aber vielleicht kann sich ja der ein oder andere mit meinem Problem identifizieren.)

Und- noch ein Argument konsumtechnisch mal etwas kürzer zu treten- ich brauche einfach nichts.

Nichts.

Ich habe alles was ich brauche. Sogar viel, viel mehr als genug.

So bin ich auf die Idee mit der 100. Tage-ohne-Kaufen-Challenge gekommen. Zuerst wollte ich ein ganzes Jahr nichts kaufen, aber das ist einfach zu unrealistisch.

Die Regel ist ganz einfach:

Kein Geld ausgeben. (Ausnahmen sind lebensnotwendige Dinge wie eben Essen und Windeln. Im Zweifelsfall muss ich mein eingeweihten Ratgeber fragen).

In dieser Zeit will ich genießen was ich habe, neue Outfits mit „alten“ Klamotten kreieren, ausmisten was ich nicht mehr brauche. Frei werden. Denn all die schönen, glitzernden Dinge werden irgendwann zum Ballast und nehmen einem die Luft zum Atmen.

All das will ich hier auf dem Blog festhalten. Um transparent zu sein. Und um durchzuhalten. Wenn ihr auch so ein Problem mit Konsum habt, macht gern mit.

Zusammen ist man weniger allein.

Ich wünsche Euch ein frohes und gutes Jahr 2019.

#nopantstoday100tageohnekonsumchallenge