(Ich musste meinen Laptop eben buchstäblich von einer dicken Schicht Staub befreien. Es war so viel los in den letzten Wochen, und irgendwie auch nichts. Ich habe mich selbst blockiert und ausgebremst. Aber es geht wieder weiter. Jetzt und hier. Der Text ist schon etwas älter, aber er passt immer noch. Meine Note habe ich inzwischen, jetzt warte ich auf das Thema meiner Abschlussarbeit und dann bald auf Antworten wie es nach meinem Abschluss weitergeht. Auf irgendwas wartet man ja eigentlich immer.)

Ein paar Gedanken zum Warten.

Zur Zeit fühlt es sich so an, als sei ich in einer endlosen Warteschleife gefangen.

Ich warte auf Prüfungsergebnisse, Geld, Briefe, Bestellungen und noch einiges mehr.

Vor allem warte ich auf meine Statistiknote.

In den letzten Wochen habe ich häufiger F5 gedrückt, als mein Baby und das sagt eigentlich schon alles.

Das Warten lähmt und bremst mich regelrecht aus. Eine Blockade in allen Bereichen.

Anstatt die Tage und die Zeit zu genießen, versuche ich verzweifelt den nächsten Schritt zu erzwingen. Die Gedanken drehen sich im Kreis. Nichts geht vor, und nichts zurück.

An diesem Prüfungsergebnis hängt zwar viel, aber es definiert weder wer ich bin noch meine Zukunft. Es ist relevant, aber nicht lebensentscheidend.

Und irgendwann in den letzten Tagen, hörte ich eine Stimme die sagt „Enjoy the wait“.

Warten und genießen? Das passt doch nicht zusammen.

Oder vielleicht doch?

 

Das Ergebnis wird schon kommen. Und dann geht der Stress erst richtig los, weil dann meine Abschlussarbeit beginnt oder ich eben noch mal Testkonstruktion belegen muss.

Wie oft legen wir Menschen unseren Fokus auf die eine Sache die wir (noch) nicht haben?

Stets und ständig.

Wir warten auf Zusagen, SMS, Antworten.

Beförderungen.

Heiratsanträge.

So oft stehen wir mit dem einem Bein und unserem Kopf bereits in der Zukunft und verpassen dabei völlig das Hier und Jetzt.

Wir wollen den Film vor-spulen, ins nächste Level katapultiert werden und möglichst nicht zu lange warten.

Wie oft sehnen wir uns nach dem nächsten Kapitel und übersehen dabei die Verantwortung und den Verlust von Freiheiten, die der nächste Schritt vielleicht mit sich bringt?

Manchmal sehnt man sich sogar zurück in die Zeit des Wartens.

Ich will mich selbst ermahnen. Zur Ruhe. Schluss mit der Rastlosigkeit.

Das Unbekannte auszuhalten. Vertrauen zu haben. Warten ist etwas, was meiner Generation nicht leicht fällt. Wir drücken auf Knöpfe, und die Dinge funktionieren. Wir googeln und kriegen Antworten. Aber Stille auszuhalten, unbeantwortete Fragen sind fast unerträglich.

Dabei liegt in dem Warten liegen so viele Möglichkeiten.

Zu wachsen. Zu lernen.

Und das Gute ist: auch das längste Warten geht irgendwann vorbei.

Also Schluss mit F5. Hinaus zurück ins wahre Leben.

 

(Bilder via Morgan Harper Nichols. Ich liebe ihre Gedichte und Art ihren Glauben ganz künstlerisch Auszudrücken.)