Vor ein paar Monaten saß ich mit einer Freudin in einem Café.

Während wir uns so über dies und das austauschten, stießen wir auf das Thema Instagram.

Sie hat keinen Instagram-Account (auch kein Facebook, Twitter oder ähnliches).

Der Grund: es macht sie traurig und neidisch ihr Leben mit dem der anderen auf Instagram zu vergleichen.

Ich muss sagen, ihre Antwort hat mich verblüfft.

Unser Gespräch hat mich sehr nachdenklich gemacht. Was macht eigentlich mein täglicher Instagram-Konsum mit mir und meiner Seele? Werde ich vielleicht auch traurig und unzufrieden? (Und merke ich das vielleicht noch nicht einmal?)

Was teile ich, und vor allem warum? Sind die sozialen Medien Fluch oder Segen?

Wie viel Zeit verbringe ich damit auf einem viereckigen Bildschirm perfekt inszenierte Kinderzimmer und fremde Kinder in sämtlichen Lebenslagen anzustarren, während mein eigenes Kind vielleicht zwei Meter entfernt sitzt und verzweifelt um meine Aufmerksamkeit ringt?

https://www.stern.de/digital/smartphones/fuehrt-die-smartphone-sucht-der-eltern-zu-problem-kindern–7493726.html

Kein unbekanntes Phänomen.

Vergleiche ich mich? Wie viel Zeit verschwende ich am Tag um zu schauen, was die anderen so machen?

All diese Fragen haben mich umhingetrieben, eine Weile etwas kürzer zu treten.

Eine Entziehungskur.

Weniger posten, mehr real Life.

Übrig geblieben sind folgende Gedanken:

Ich verbringe definitiv zu viel Zeit mit meinem Iphone. Auch wenn es keinen negativen Gefühle in mir hervorbringt, hat es einen gewissen Suchtcharakter. Oft hab ich gar nicht bemerkt, dass ich schon wieder mein Handy in der Hand halte.

Daran muss sich etwas ändern.

Social Media ist in erster Linie das, was man selbst draus macht.

Für mich ist es letztendlich ein super Werkzeug Leben zu teilen, mit Menschen in Kontakt zu sein und mich inspirieren zu lassen.

Wie bei allen Dingen, geht es doch am Ende darum, einen gesunden Umgang zu finden.

Mich macht Instagram nicht traurig. Im Gegenteil. Ich hab so tolle Menschen durch diese Plattform „kennengelernt“, kreative Genies gefunden und tolle Menschen (die auch offline genau so herzlich und ehrlich sind wie im Netz) ins Herz geschlossen.

Zeig mir, wem Du folgst…

… und ich sag Dir wer Du bist. Ganz so krass würde ich es nicht sehen, aber oft folgt man ja einer bestimmten Art von Menschen, weil sie etwas repräsentiert, was man selbst gern wäre.

Dabei darf man ganz einfach nicht vergessen, dass die großen Accounts harte Arbeit und Professionalität in ihre Feeds investiert haben, und viele davon ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Wenn wir uns den ganzen Tag diese bis zu Perfektion gestylten Menschen, Eltern, Wohnzimmer, Küchen und Kinder reinziehen, vergessen wir schnell, dass das nicht das echte, wahre Leben ist.

Kein Wunder also, dass wir immer unzufriedener werden und unser eigenes Leben für unzulänglich halten.

Den Vergleich können wir nur verlieren.

Es gibt inzwischen zahlreiche Studien darüber, wie Soziale Medien und psychische Erkrankungen zusammenhängen.

Umso wichtiger bewusst und achtsam mit seiner Seele, seinem Körper und seiner Zeit umzugehen.

Ein wichtiger Schritt nach meinem kleinen Entzug war daher, allen Accounts zu entfolgen, die negative Gefühle in mir auslösten. Sei es vielleicht doch ein Anflug von Neid, Antipathie oder auch Stress ebenso perfekt sein zu müssen.

Wen ich persönlich kenne, wer mich wirklich inspiriert oder begeistert durfte bleiben.

Irgendwie befreiend.

Ein Punkt der mir zugegebener Maßen immer noch etwas schwer fällt, ist der zeitliche Faktor.

So schnell ist man wieder dabei und scrollt sich durch das Leben der anderen, während man eigentlich nur schnell googeln wollte wann die nächste Straßenbahn fährt.

Ich will nicht, dass meine Kinder denken, mein Handy ist an meiner Hand festgewachsen.

Instagram soll nicht das erste sein, womit ich am Morgen beschäftige.

Ich will mich abends mit meinem Mann über den Tag unterhalten und nicht auf einen Bildschirm starren, während er neben mir sitzt und auf seinem IPhone Sport1 Nachrichten liest.

Deshalb versuche ich mich seit ein paar Monaten an folgende Regeln zu halten:

  1. Keine Handynutzung wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin, sei es mit Freunden oder meiner Familie. Spotify ist erlaubt :).
  2. Instagram, Facebook oder meine Lieblingsforen dürfen nur geöffnet werden, wenn Leo schläft.
  3. Mehr echtes Leben, öfter mal die Spiegelreflexkamera rausholen und das Handy ganz Zuhause lassen.

Wie geht es euch mit Eurem Social Media Konsum? Seid ihr manchmal unzufrieden mit Eurem eigenen Leben? Ich möchte Euch ermutigen, mal ehrlich darüber nachzudenken.